In Gastroenterologie, Therapeutisches Drug Monitoring

Der Mai steht ganz im Zeichen der Darmgesundheit: Erst die „Digestive Disease Week“, nun der „World IBD Day“. Ziel dieses Aktionstages ist es, auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) aufmerksam zu machen. Wie wichtig das ist, zeigen die vielen Vorurteile, denen Betroffene begegnen.

Am 19. Mai ist World IBD Day. Um auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen aufmerksam zu machen, werden zu diesem Tag in vielen Städten auf der ganzen Welt bekannte Sehenswürdigkeiten lila angeleuchtet. Dazu gibt es verschiedenste Informationsveranstaltungen und Aktionen, die vom Dachverband der europäischen Morbus Crohn- und Colitis ulcerosa-Gesellschaften (EFCCA) bzw. von den Patientenorganisationen der einzelnen Länder organisiert werden. Aufklärung ist wichtig: Mehr als fünf Millionen Menschen leiden weltweit an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa – und dennoch ist in der Gesellschaft kaum etwas über die Erkrankungen bekannt. Das zeigt sich auch an den Bemerkungen, die Betroffene immer wieder zu hören bekommen. Wir gehen im Folgenden einigen davon auf den Grund:

1.   Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) und Reizdarmsyndrom sind dasselbe

Patienten mit CED lassen sich aufgrund ähnlicher Symptomatik häufig nur sehr schwer von Patienten unterscheiden, die unter dem Reizdarmsyndrom (RDS) leiden. Beide Gruppen zeigen ähnliche unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen und Durchfall. Die Ursache ist jedoch eine andere: Bei CED-Patienten liegt eine Entzündung im Darm vor, bei RDS-Patienten nicht. Die unterschiedlichen Ursachen erfordern auch eine unterschiedliche Behandlung. Eine Stuhluntersuchung, bei der Calprotectin gemessen wird, hilft bei der Unterscheidung der Erkrankungen.

2.   CED betreffen nur den Darm

Auch wenn die Entzündung des Darms das Hauptmerkmal der Erkrankung ist, können Patienten auch Symptome außerhalb des Verdauungstrakts aufweisen. Zu diesen extraintestinalen Manifestationen zählen Entzündungen an Haut, Augen oder Gelenken.

3.   CED sind stressbedingt

Die Ansicht, dass Stress die Ursache für CED ist, ist immer noch weit verbreitet. Aktuellen Erkenntnissen zufolge ist Stress kein Auslöser der Erkrankung – er kann aber die Symptome verstärken.

4.   Mit einer Diät verschwinden die Symptome

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen basieren auf einer aus der Balance geratenen Immunantwort. Der Körper sendet durch Ausschüttung von TNFα kontinuierlich das Signal zur Entzündungsverstärkung. Durch bestimmte Medikamente (TNFα-Blocker) kann dieses Signal unterbrochen und die Entzündung gestoppt werden. Allein durch Meiden bestimmter Lebensmittel kann das nicht gelingen, weshalb es auch keine empfohlene Diät für CED-Patienten gibt.

5.   CED sind heilbar

Bei wem eine CED diagnostiziert wurde, der hat sie ein Leben lang. Auch wenn sich Phasen mit Beschwerden und Phasen ohne Beschwerden abwechseln, müssen Patienten dauerhaft Medikamente einnehmen. Da die Wirkung der Medikamente mit der Zeit nachlassen kann, empfiehlt es sich, die Wirksamkeit regelmäßig mittels therapeutischen Medikamenten-Monitorings (TDM) zu überwachen.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema chronisch entzündliche Darmerkrankungen und klinische Diagnostik? Wir beraten Sie gern!

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